DIE EIGENHEIT DER DINGE
Cornelis van Almsick Satellite, FJK3, Vienna (AT)

22.02.2014 – 09.03.2014

Die Auseinandersetzung mit 'Dinglichkeiten', mit materieller Kultur im weitesten Sinne, ist auffallend stark in der zeitgenössischen Kunstproduktion und Ausstellungspraxis repräsentiert. Während unser tägliches Leben und auch die Kunst immer virtueller funktioniert, bietet eine Theorie der Dinge die Rückkehr zum Realen. Bereits der französische Schriftsteller George Perec (1936 - 1982) beschreibt in seinem Debutwerk 'Der Lauf der Dinge' den Austausch vom Menschen zum Konsumenten und die damit einhergehende Unterwerfung gegenüber den Objekten seiner Begierde.

'Die Eigenheit der Dinge' zeigt Dinge oder Materialien des Alltags, die bearbeitet oder manipuliert wurden. Die frugalsten Gegenstände und Situationen sind in den Mittelpunkt gerückt und legen eine an sich sehr konkrete und ganz und gar nicht metaphysische Lesart nahe: Es ist der Blick auf Dinge des Alltäglichen, denen man in der Regel keine Bedeutung schenkt. Ähnlich Gursky, der in seinem Werk "99 Cent" von 1999 den ordinären Supermarkt in seiner bunten Vielfalt zum Kulturgut erklärt, verweisen die Künstler auf die im primitiven Industrieprodukt implizierte Vielschichtigkeit, welche immer wieder aufs Neue inszeniert, adaptiert, umgebaut oder auf seine Bestandteile reduziert wird.

Shelly Goldstine