KAY WALKOWIAK. SUPREME FORMS
Haus Wittgenstein, Vienna (AT)

23.03.2016 – 30.03.2016

“Wenn ich nämlich das Haus auch noch so sehr bewunderte, so wusste ich doch immer, dass ich selbst es weder bewohnen wollte noch könnte. Es schien mir ja viel eher eine Wohnung für die Götter zu sein, als für eine kleine Sterbliche, wie ich es bin." Hermine Wittgenstein

Das Haus Wittgenstein bietet den modernistischen Hintergrund für die Präsentation von Kay Walkowiaks Werken, die den internationalen Stil der Moderne und des Nachkriegsmodernismus gegen den Horizont einer ideologischen Missionierung lesen. Diese ist einerseits dem Westen und seiner eurozentrischen Vision einer demokratischen, modernen, der Technik und dem Fortschritt verschriebenen Gesellschaft verpflichtet, und sie bedarf im Gegenzug einer kritischen Re-Lektüre des universalistischen, ja, autoritären Gestus’ der Zwangsbeglückung durch quasi utopische Modelle, welche Normierungen vorgeben unter Nichtbeachtung partikularer, kultureller und ökonomischer Bedingungen der Kulturalisierten. Walkowiak analysiert den ideologischen Absolutheitsanspruch ästhetischer und sozialer Modelle in nüchternen, quasi-dokumentarischen Meditationen und relativiert sie in experimentellen Verfahren des Austauschs und des Spiels. Gerade darin zeigt sich das Potential von Aneignungsprozessen, die einen Ausweg aus dichotomen Ordnungen zu weisen vermögen.

Sabine Folie